Barockkonzert: The Celebration Concert
Musik von Händel erklingt bei den Konzerten mit dem Bariton Samuel Hasselhorn sowie weiteren Solisten, dem Collegium Vocale Hannover und der Capella St. Crucis Hannover am 26. und 27. Juni in der Galerie Herrenhausen.
Samuel Hasselhorn
Dass er einmal zum Nationalkomponisten Englands aufsteigen sollte, hätte sich Georg Friedrich Händel wohl kaum träumen lassen. 25 Jahre nach seinem Tod wurde dem gebürtigen Sachsen eine beispiellose Ehre zuteil: eine ganz auf ihn zugeschnittene Konzertserie in der Londoner Westminster Abbey, wo sich ja auch sein Grab befindet. Das erste dieser Gedenkkonzerte ist nun unter Leitung des Händel-Spezialisten Nicholas McGegan nachzuerleben.
Gedenken an Händel - in aller Pracht
McGegan und die NDR Radiophilharmonie, unterstützt von ortsansässigen Chören und dem Bariton Samuel Hasselhorn, halten sich dabei strikt an die damalige Programmfolge. Im Zentrum der ersten Hälfte steht das prächtige Dettinger Te Deum, in Teil zwei erklingen Auszüge aus den Oratorien „Saul“ und „Israel in Egypt“ sowie das bewegende Funeral Anthem für Queen Caroline. Nur bei der Orchestergröße gibt man sich heute bescheidener: 1784 standen mehr als 200 Instrumentalisten zur Verfügung …
Spiegel der Geschichte
Das Besondere an diesem Programm ist zudem: Die dargebotenen Werke bieten nicht nur ein Best-of aus Händels Schaffen, sondern auch einen Gang durch die bewegte Geschichte des Landes. Mit dem Dettinger Te Deum und dem Utrechter Jubilate wurden außenpolitische Erfolge gefeiert, Oratorien wie "Saul" nahmen Bezug auf gesellschaftliche Fragen. Und natürlich lieferte Händel auch Musik zu den royalen Großereignissen: Krönung, Heirat, Beerdigung.
Innige Trauermusik
Überhaupt war Händels Verhältnis zum englischen - sprich: Hannoverschen - Königshaus eng und umfasste Unterricht, Kompositionsaufträge oder Austausch mit der kunstsinnigen Gemahlin von George II., Caroline. Nach ihrem Tod komponierte Händel eines seiner persönlichsten oratorischen Werke, die Begräbnishymne „The ways of Zion do mourn“. Als Queen Elizabeth 2022 starb, erklangen Auszüge daraus bei beim „Hannover Proms“-Konzert im Kuppelsaal.
Das Konzert im Radio
Das Konzert wird mitgeschnitten und am 26. Juli im Programm von NDR Kultur gesendet.
Programm
Georg Friedrich Händel
„Zadok the Priest“ Coronation-Anthem for George II HWV 258
Sinfonia aus „Esther“ HWV 50a
Dettinger Te Deum für Soli, Chor und Orchester HWV 283
Sinfonia und Marsch aus: „Saul“ HWV 53
„When the ear heard her“, „She deliver’d the poor that cried“ und „Their bodies are buried in peace“ aus: Funeral Anthem for Queen Caroline „The ways of Zion do mourn“ HWV 264
„Glory be to the Father“ und „As it was in the beginning“ aus: Jubilate für den Frieden von Utrecht HWV 279
„O sing unto the Lord a new song“ aus: Chandos Anthem HWV 249b
„The Lord shall reign for ever and ever“ und „Sing ye to the Lord“ aus: „Israel in Egypt“ HWV 54
Sinfonia aus „Esther“ HWV 50a
Interpreten
Nicholas McGegan, Dirigent
Kerstin Dietl, Sopran
Franz Vitzhum, Altus
Lukas Siebert, Tenor
Samuel Hasselhorn, Bariton
Capella St. Crucis Hannover
Collegium Vocale Hannover
NDR Radiophilharmonie