Duftpelargonien
Im Schmuckhof des Berggartens verführt die Sammlung der Duftpelargonien in großen Terracotten zum Schnuppern.
Pelargonium 'Orange Fizz'
Die landläufig als Geranien bezeichneten Zierpflanzen aus Südafrika haben von Blütenpracht bis Blattschmuck viel zu bieten. Das Besondere an den Duftpelargonien sind ihre Blätter mit Aromen von Zeder über Rose und Zitrone bis Zimt und Cola. In der Flut von inzwischen 17.000 erfassten Pelargonium-Sorten schmeicheln die „Dufties“ den Sinnen, auch locken sie mit so schönen Namen wie ‘Angel‘s Perfume‘, ‘Orange Fizz‘ oder ‘Old Spice‘.
Bei sanftem Reiben mit den Fingern verströmen die Blätter ihr Aroma. Riechen und Raten, heißt es dann - erst der Blick auf das verdeckte „Schnupperschild“ verrät die Tendenz des Dufts. Bei Zitrus, Rose oder Minze dürfte das einfach sein, bei Harz oder Balsam wird es schon schwieriger.
Neben den Duftpelargonien sind auch noch andere Besonderheiten der Gattung zu sehen, darunter Wildformen, Pflanzen mit attraktiv gemustertem Laub oder mit auffallend schönen Blüten.
Pelargonien begegnen uns übrigens nicht nur im Garten: Aus den Blättern des Rosenpelargoniums zum Beispiel wird traditionell „Geraniumöl“ hergestellt, ein Grundstoff unter anderem für Seifen, Pflegeöle und Parfüms. Eine andere Art ist als Extrakt im Erkältungsmedikament „Umckaloabo“ enthalten.
Im Berggarten gibt es schon seit mindestens 250 Jahren Pelargonien. Sie gehörten zur Sammlung von Pflanzen aus Südafrika. Um 1830 wuchsen hier 221 Arten und Sorten. Johann Christoph Wendland, von 1780 bis 1828 Gärtner und Garteninspektor in Herrenhausen, beschäftigte sich intensiv mit der Gattung: Er beschrieb zwölf neue Pelargonium-Arten und fertigte für seine Veröffentlichungen kunstvolle, kolorierte Abbildungen an. Bis ins frühe 20. Jahrhundert gab es im Berggarten sogar ein eigenes Pelargonienhaus.
Nach der Entdeckung der ersten Pelargonien führte man die bekannten Arten lange Zeit in der Gattung Geranium. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurde für sie die eigene Gattung Pelargonium aufgestellt, unter anderem aufgrund eines von Geranium abweichenden Blütenbaus. Dass Pelargonien nach über 200 Jahren noch immer häufig als Geranien bezeichnet werden, ist für viele ein Ärgernis. Echte Geranien sind unter dem Namen Storchschnabel ebenfalls beliebte Gartenpflanzen, und einige Arten sind in Deutschland heimisch.