"Bosheit ist kein Lebenszweck!"
Über die kulturelle Relevanz von Comics und die subtile Gesellschaftskritik in Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ diskutieren Wissenschaftler am 21. Oktober im Schloss Herrenhausen.

Max & Moritz
"Max und Moritz" begründeten vor 160 Jahren auf einen Streich den Ruhm ihres Autors Wilhelm Busch. Seine ikonische Bildergeschichte erzählt in sieben Abschnitten die Schelmereien der beiden Lausbuben, die ihre Mitmenschen zur Verzweiflung treiben. Buschs virtuose Verse und die komischen Federzeichnungen sind Meisterstücke des schwarzen Humors. Mit den anarchistischen Bosheiten seiner Helden zielte Busch bissig-ironisch auf die Vertreter einer von Phrasendrescherei und Spießertum durchsetzten Gesellschaft. Ihre Auflehnung gegen das Erwachsenensystem bietet eine subtile Gesellschaftskritik und behandelt moralische Fragen auf unterhaltsame Weise. Auch die Comicliteratur des 21. Jahrhunderts folgt diesem Erbe und nutzt Bild und Text, um komplexe Ideen und Gefühle anschaulich zu vermitteln. Sie reflektiert gesellschaftliche Trends und verwebt soziale und politische Kommentare.
Herrenhäuser Gespräch
Welche neuen Themen beleuchten moderne Comics? Was macht sie heute bedeutend? Wie beeinflussen Technologien wie Virtual Reality und digitale Plattformen die Art des Comic-Lesens? Und wo stoßen wir uns heute am politisch inkorrekten Wilhelm Busch? Antworten auf diese Fragen suchen Experten beim Herrenhäuser Gespräch mit dem Titel "'Bosheit ist kein Lebenszweck!' Triumphzug und Erbe von 'Max und Moritz'" am 21. Oktober im Xplanatorium des Schlosses Herrenhausen.
Programm
Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Bernd Dolle-Weinkauf, Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung, Goethe-Universität Frankfurt/Main
Dr. Barbara M. Eggert, Kunsthistorikerin, Comicforscherin, Rektorin, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart
Dr. Eva Jandl-Jörg, Direktorin, Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst Hannover
Prof. Dr. Lukas R. A. Wilde, Department of Art and Media Studies, Norwegian University of Science and Technology, Trondheim (zugeschaltet)
Moderation
Dr. Ulrich Kühn, NDR Kultur
Livestream
Die Veranstaltung kann am Veranstaltungstag auf www.volkswagenstiftung.de im Livestream verfolgt werden.
Veranstaltung im Radio
NDR Kultur zeichnet das Herrenhäuser Gespräch für den Hörfunk auf und sendet es zeitversetzt im "Sonntagsstudio" am 26. Oktober.
Videos