Autoritäre Freiheit?

Thema zum Abschluss der HANNAH ARENDT TAGE 2026 am 26. September im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen ist die Sehnsucht nach einer „Kultur der Stärke“ in demokratischen Gesellschaften.

Villa Seligmann
Schriftzug Tagungszentrum

Tagungszentrum im Schloss Herrenhausen

Termine
26.09.2026 | von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Eintrittspreise
Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vor 75 Jahren veröffentlichte Hannah Arendt ihr Hauptwerk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“. Darin analysiert sie den Totalitarismus des 20. Jahrhunderts als politische Ordnung, die auf umfassender Kontrolle über die Bevölkerung beruht. Anhand von Nationalsozialismus und Stalinismus zeigt Arendt, wie totalitäre Systeme die individuelle Handlungsfreiheit systematisch zerstören.

Umso bemerkenswerter ist heute das wiedererstarkende Verlangen nach Autorität in vielen demokratischen Gesellschaften. Wie lässt sich die wachsende Sehnsucht nach vermeintlich starken Führungsfiguren, nach Strenge und Härte erklären? Warum scheint die eigene und kollektive Freiheit so leichtfertig aufs Spiel gesetzt zu werden? Angesichts sinkenden Vertrauens in staatliche Institutionen und einer wachsenden Distanz zu demokratischen Werten stellt sich die Frage, wie liberale Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber autoritären und faschistischen Tendenzen werden können. Wie kann Demokratie der neuen Anziehungskraft autoritärer Angebote begegnen?

Begrüßung

  • Katja Ebeling, VolkswagenStiftung

Podiumsdiskussion

  • Prof. Ines Geipel
    Prof. Ines Geipel floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium von Jena nach Darmstadt und studierte dort Philosophie und Soziologie. Zentrales Thema ihrer Arbeit als Autorin und Herausgeberin ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Von 2001 bis 2025 war sie Professorin für Verskunst an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Zuletzt erschien ihr Buch „Landschaft ohne Zeugen“ (S. Fischer, 2026).
  • Dr. Ronen Steinke
    Dr. Ronen Steinke ist Jurist, Autor, Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Mitglied des PEN Berlin und Lehrbeauftragter für Strafrecht an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. Er wurde 2022 mit dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus für sein Buch „Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich“ (Berlin Verlag) ausgezeichnet.
  • Prof. Dr. Uwe Volkmann
    Prof. Dr. iur. Uwe Volkmann ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Verfassungs- und Demokratietheorie, den Grundrechten und dem Recht der Inneren Sicherheit. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen u. a. „Demokratie und Vernunft“ (Mohr Siebeck, 2024) sowie „Volk revisited“ (Mohr Siebeck, 2025).
  • Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover

Moderation

  • Dr. Michael Köhler
    Dr. Michal Köhler ist seit 1997 fest-freier Moderator, Redakteur und Autor beim Deutschlandfunk u. v. a. Er studierte Germanistik und Philosophie in Düsseldorf, Frankfurt a. M. und Heidelberg und promovierte 1991 in Mannheim. Er ist überwiegend in den Bereichen Kultur und Kulturpolitik tätig.